Laufbericht: Karwendelberglauf, Mittenwald (15.07.2007)

 

Küllertz am Karwendel.

Dietmars Laufbericht vom Karwendelberglauf.

 

Am 15. Juli kam ich zu einem außergewöhnlichen Lauferlebnis. 
Der diesjährige Urlaub führte uns nach Mittenwald, dem Startort des „Karwendel-Berglaufs“. Da ich während des Marathontrainings immer gerne über die Berge, sprich „Süchtelner Höhen“ gelaufen bin, reizte mich der Gedanke an eine Teilnahme. So kam es dann, dass ich mich nach unserer Ankunft kurzfristig anmeldete.

„Der härteste Laufwettbewerb in Deutschland“ hiess es laut Presse und Stimmen einiger erfahrener Bergläufer. Mir fehlen die Vergleiche, aber nah dran muss es auf jeden Fall gewesen sein.

11 km lang und 1425 hoch ging es von Mittenwald rauf auf die westliche Karwendelspitze.
Der Blick nach oben liess einen ehrfürchtig dastehen. Das ganze hatte aber auch überhaupt nichts mit den Süchtelner Höhen gemein. 


Sonntag morgen, 9:50 Uhr, Start in der Fußgängerzone. Dass es an dem Tag 36 Grad heiss war, machte die Sache nicht unbedingt einfacher.

251 Teilnehmer machten sich auf den Weg. Laut Teilnehmerliste gab es eine große Gruppe names „Die gemütlichen Karwendelschnecken“. Prima, also gab’s auch hier Rennschnecken. Daran wollte ich mich dann orientieren. Im letzten Jahr wurden alle Teilnehmer unter 3 Stunden in der Ergebnisliste aufgeführt. Also war das Ziel klar definiert.

Zunächst ging es gut 1,5 km leicht wellig durch den Ort, bis es anschließend in den Wald und nach oben ging. Steil nach oben, war der erste Gedanke. Nach knapp 7 km und 750 Höhenmeter mit passabler Zeit lockte die Dammkarhütte mit Einkehr. Das erinnerte sehr an die Grillfeten am Rande der Marathonstrecken. Aber links liegen lassen und weiter. 

Nur noch 4 km, aber bei durchschnittlich 17 % Steigung durchs Geröllfeld! 
Leider ging es in dem rutschigen Untergrund oft mit einem Schritt vorwärts einen halben wieder zurück. Das Fehlen von Berglaufschuhen mit speziellem Profil konnte ich mit mehrmaligem Bodenkontakt von Händen und Knien kompensieren.
Das schlechte Gewissen nur noch gehend voranzukommen, war schnell verflogen, als ich alle in meinem Umfeld ebenso sah und mir später auch die Pokalsieger bestätigten, nicht immer gelaufen zu sein.


Tolles Naturerlebnis, schöne Aussicht. Das alles interessierte überhaupt nicht mehr. Den Puls in beiden Ohren, die Zunge am Boden und mit Pudding in den Beinen bekam ich etwa 1 km vor dem Ziel den „Tunnelblick“. - Das muss letztendlich auch an dem 400m langen Tunnel gelegen haben, durch den wir mussten, um den Berggipfel zu durchschneiden.
Am Ende des Tunnels sah ich dann nicht nur Licht, sondern nach einigen letzten Kehren und 2:55 Std. (Ziel erreicht!) endlich den Zieleinlauf an der Staatsgrenze zu Österreich oben auf der westl. Karwendelspitze. Am Ziel gab´s dann Freibier, Nudeln und Sonnenbrand, nur schade, leider weder Urkunde noch Finisher-Shirt oder ähnliches.

Eine hammerharte Veranstaltung. 1425 Höhenmeter sind eine Menge für uns Flachlandtiroler. Dazu kamen die Hitze und der schlechte Untergrund. 
Ich kann nicht verstehen, wie man da in gut einer Stunde hochkommen kann. Aber man muss sich nur die Flöhe ansehen, die mitgelaufen sind. Wer weiß, vielleicht bin ich ja Sieger in der 90kg-Klasse geworden.
Letztlich entschädigte die Gondelfahrt abwärts für alle Strapazen des Laufes, dann dabei konnte man jeden Höhenmeter nochmals genussvoll nachvollziehen. 

Fazit: Muss man einfach mal gemacht haben. 

 

 

>> 30.07..2007