Laufbericht: Leverkusen Triathlon (19.08.2007)

 

Die Gedanken einer Marathon-Finisherin 

vor einem Triathlon-Wettkampf

3 Tage vor dem Wettkampf: 

Oh, hätte ich mich mal bloß nie angemeldet….einfacher wärs ja, am Samstag mit den Viersenern im FSW zu laufen 

2 Tage vor dem Wettkampf: 

ha, die holen dich eh aus dem Wasser, da du bestimmt das Zeitlimit im Schwimmen nicht schaffst

1 Tag vor dem Wettkampf: 

schau dir die Strecken an und entscheide, ob du wirklich mitmachen willst....

Und ich habe mir die Strecken angeschaut und mich entschieden teilzunehmen und ich habe es nicht bereut!

All meine Selbstzweifel waren wie weggeblasen, als der Startschuss punkt 8 Uhr in Leverkusen viel. Kurz vor dem Start konnte ich mich mit den 8 Mitschwimmern der Bahn 3 einigen, in welcher Reihenfolge wir nach Leistungsvermögen los schwimmen. Und das war ein Segen. Kein Getrete und Gestoße um die beste Ausgangssituation, nein, geregeltes Losschwimmen nach Fähigkeit. Meine direkte Vorschwimmerin hatte sich zwar etwas unterschätzt, ich kam aber gut an ihr vorbei.

Die 20 Bahnen konnte ich schön durchschwimmen (was mir bei Volksdistanzen über 500m bisher nie so recht gelungen ist) und dann gings raus aus dem Wasser zur Wechselzone. Barfußlaufen über Verbundsteinpflaster war zwar noch nie meine Stärke, aber irgendwie kam ich dann bei meinem Rad an. Ich zähle dann bis sieben: Brille, Helm, Startband, linke Socke, linker Schuh, rechte Socke, rechte Schuh, fertig ab und los zur Radstrecke. Sie ist komplett abgesperrt und gesichert. Hut ab, das haben die Leverkusener toll gemacht. Es ist ein Kurs, der viermal durchfahren werden muss. 5 km berghoch – da sinkt schon mal der Tacho auf 15 km/h, und dann 5 km bergab (der Sieger hatte 70 km/h auf den Tacho, ich muss mich da mit bescheidenen 45 km/h begnügen). Eng gings am Wechselpunkt zu, da mussten manche aus den Pedalen. Beim vierten Mal Bergauffahren brannten dann ganz schön die Oberschenkel. So, und jetzt wieder zur Wechselzone, Fahrrad abstellen, Schuh aus, Schuh an, Helm ab, Kappe auf und los. Oh Schreck, was ist denn das??? 

 

 

 

Ich habe doch Koppeltrainings gemacht!!! Das sind keine schnellen Beine einer Marathona, das sind Gummibeine von Kermit dem Frosch. Oh Gott, und jetzt 10 km? Gut, ich kenne das ja schon von den Volkstriathlons, aber da waren es ja nur 20 km auf dem Rad und der Unterschied ist doch ganz schön spürbar! Da musste ich jetzt also durch. Das, was ich am meisten trainiert habe, soll jetzt am wenigsten klappen? Nicht mit mir. Und dann kam ich auch in meinen Rhythmus und konnte die 10 km in einem 5:30er Schnitt laufen. Da bin ich stolz drauf!

Im Ziel bekam man eine Medaille umgehängt (Feeling wie in Düsseldorf) und ich konnte mich wirklich richtig freuen! Wenn mich meine Pulsuhr nicht im Stich gelassen hätte, das doofe Ding machte schon beim Radfahren schlapp, aber das ist eine andere Geschichte….

Für heute bin ich jedenfalls richtig zufrieden und hoffe, 

dass das Gefühl, wie im Marathon, noch eine Weile anhält!

 

Ines Müller, Team Erkelenz

>> 24.08..2007