Laufbericht: ING Miami Marathon & Half Marathon, 31.01.2010 - Miami, Florida 

 

Von 0 auf 42: 
Ute finisht den Miami Marathon.

 

Beim Blättern in einer Laufzeitschrift fand ich eine Liste mit diversen Marathonterminen. Hier stach mir dann >>[Miami] ins Auge, fand ich doch dann ganz reizvoll (liegt am Meer, Kurs ist flach). Nun musste ich nur noch meine bessere Hälfte zum Urlaub überreden. Nachdem dies geschafft war und auch alles mit dem neuen Marathonteam geklappt hatte habe ich mich dann Ende Oktober angemeldet.


Am 27.01.10 ging es dann los. 

 

Einen halben Koffer nur mit Laufklamotten, Trinkflaschen, Gel usw. und vor allem das Handbuch. 

In den Beschreibungen stand über Verpflegung nur Wasser und Gatorade. Da ich das nicht getestet hatte, Finger weg.

Donnerstags die letzte lockere Laufeinheit, ein Genuss mal wieder in kurzer Hose und T-Shirt zu laufen. Alles war locker, Puls im grünen Bereich.

Freitags ging es dann zum Messe um die Unterlagen zu holen und mal zu stöbern. Danach sind wir mit dem Auto die Strecke abgefahren und was stelle ich fest, da sind doch tatsächlich drei Brücken und eine Auffahrt die alles andere als flach sind. 

Samstags den Beutel gepackt, Getränke vorbereitet und alles dreifach geprüft. Wetterbericht abgehört, (leichte Bewölkung evtl. kurze Schauer, bis Mittag 18 ° C) Letzte Blicke ins Handbuch, den Zettel mit Mickys Rennstrategie in die Tasche, den Wecker gestellt und dann ins Bett.

Sonntagmorgen, der Wecker klingelt um 2.30 Uhr. Mulmiges Gefühl breitet sich aus, frühstücken und trinken. Letzter Check der Tasche, fertigmachen und los geht es zum Treffpunkt der Shuttle Busse. 4.00 Uhr, 18 ° C, o.k. das alte Hemd und den Müllsack kann ich im Beutel lassen. 

5.00 Uhr Ankunft im Start/Zielbereich, Beutel abgeben und letzter Gang zum Dixi.
5.15 Uhr Startbox suchen. Die Stimmung ist super, 18.000 Starter haben sich versammelt, das ist schon vor dem Start eine Riesenparty. 
6.00 Uhr jetzt wird es ernst. Letzte Worte vom Bürgermeister der Stadt, eine Schweigeminute dann die US Hymne – Gänsehaut pur. Mein Puls geht langsam hoch. Um 6.05 Uhr starten die Hand-Biker und Rollstuhlfahrer.
6.15 Uhr erfolgt der Start durch Ryan Hall. Jetzt gibt es kein Zurück. Nach 15 Minuten sehe ich dann auch die Startlinie, Uhr gedrückt und los geht es zur ersten Brückenrampe. Nur nicht stolpern im Getümmel, es ist noch dunkel und das Feld dicht gedrängt.
Nach 1 km gehen die ersten, das gibt jetzt Zick-Zack Kurs, nur keinem ins Gehege kommen ist ja in Düsseldorf schief gegangen. Ab KM 3 hat sich der Puls bei 75 % eingependelt. Jetzt geht es am Hafen vorbei, die Kreuzfahrtschiffe begrüßen die Läufer mit Sirenengeheul. Es wird jetzt langsam hell und so geht es dann Richtung Miami Beach.
Über den Ocean Drive, verständnislose Blicke der letzten Partygänger folgen den Läufern, vielleicht sind die aber nur sauer, dass das Taxi nicht vor die Tür fahren kann da die Straßen abgesperrt sind. Die Zuschauer feuern an, die Stimmung ist riesig. 
Dann geht es über die nächste Brücke zurück Richtung Downtown. Da es eine Zugbrücke mit Gitter ist, wechsele ich in den Geh-Modus, die Dinger sind total rutschig und man bleibt leicht hängen.
Langsam komme ich zur Halbmarathonmarke, viele die ich überhole gehen sowohl Halbmarathonies als auch Marathonies. Bis jetzt liege ich gut im Puls und in der Zeit. Jetzt teilt sich die Laufroute und ich nehme die zweite Hälfte in Angriff. Nur noch einmal Waldfrieden – Niers-Schwebezugbrücke und zurück.
Das Feld liegt immer noch dicht zusammen. Jetzt werde ich von einer Gruppe überholt, der erste und einzige blöde Spruch des Tages folgt. 
Ich bleibe bei meinem Tempo. Bei KM 28 /4 Std musste ich an Jasmin denken, die war in Köln schon im Ziel und ich darf noch 14 – egal weiter.
Dann kam die Sonne raus, die Temperatur stieg auf 24 ° C und die Luftfeuchtigkeit nahm schlagartig zu (83 %). Der Puls ging nach oben und ich habe Tempo raus genommen. Zähne zusammen beißen und weiter. Viele mussten jetzt gehen aber ich konnte immer noch laufen. Die nächsten KM waren schon hart. Dann ging es auf KM 40 zu, wen kann ich da überholen, denjenigen der mir bei KM 21 den blöden Spruch reindrückt, kann jetzt nicht mehr. Letzte Reserven zusammensuchen und weiter. Kurz vor dem Ziel die letzte Brücke und der Anstieg. Ich muss doch bald da sein. Dann taucht Mile 26 auf, hinter dieser Kurve ist das Ziel, bekomme weiche Knie, dann ist die Ziellinie da. Ich habe es geschafft. Mein erster Marathon. Die Zuschauer toben und die Stimmung ist gigantisch. Komischerweise könnte ich jetzt noch weiterlaufen.


Nach kurzer Erholung habe ich meine Zieltasche abgeholt und es geht zurück zum Hotel.

1 Std später brechen wir dann zu einem weiteren Highlight auf. 

Damit auch mein Mann etwas vom Sportwochenende hat fahren wir zum Pre-Bowl Football Spiel. Ein rundum gelungener Abschluss eines tollen Tages.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Organisatoren, Betreuern Teammitgliedern und bei meiner 8-er Gruppe bedanken, die mich in den letzten 3 Jahren von 0 auf 42 begleitet und immer wieder motiviert haben wenn es mal nicht so gut lief. Ohne eure Unterstützung hätte ich das nicht geschafft.

DANKE

Ute (Roadrunner 2007)

 

>> 08.02.2010