Laufbericht: Monschau Marathon (12.08.2007)

 

Monschau Marathon.

Das wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein! 

 

Sonntag 12.08.2007. Die Morgendämmerung verspricht einen schönen Start in den Tag voraus. 
Über den Feldern ist Frühnebel. Der Himmel zeigt sich in einem rötlichen Lichtermeer.
Bei Kalle angekommen erwartet er mich schon mit einem herzlichen Guten Morgen.

Schnell meine Tasche umpacken und los geht die Fahrt nach Monschau. Wir kommen schnell voran und sind kurz vor sieben am Ziel. Parkplatz suchen und ab zum Zelt Startnummer abholen. Hier ist ein reges Treiben von verschlafenen LäuferInnen, aber alles ohne Hektik. Bis zum Start haben wir noch Zeit und Kalle braucht einen „Kaffee“. Okay, rein in die Bäckerei und freundlichst begrüßt von der seit halb vier arbeitenden Bedienung wird ein leckerer Kaffee getrunken. Ob das gut geht? Zum Auto, der Parkplatz ist nicht weit entfernt machen wir uns Startklar! Es ist 8 Grad, die Sonne ist noch zu schwach. Als wir zum Start gehen fällt mir auf, das kennst du alles gar nicht. Sonst bin ich immer schon um sechs gelaufen und da ist nun mal Dämmerung. Im Startbereich treffen wir Dirk und später auch Renate. Ja wo ist Sylvia, nicht zu sehen. Startet wohl weiter hinten?! Plötzlich hören wir einen leisen Knall, eh, das war der Startschuss, aber alles bleibt stehen, bei über 700 Startern auf schmaler Straße kein Wunder. Gelassen setzt sich dann doch der Trupp in Bewegung und nach 40 Sekunden erreichen wir gehend die Startlinie. Ob wir die wieder rein holen? Ne, Zeit läuft ab Startschuss! 

 

Ein geschnattert, ein drängeln, lass die laufen, wir haben Zeit, nicht überpesen. Die Finger sind kalt! In kurz gedresst versuchen wir der Temperatur zu trotzen. Es geht Bergab nach 3 km ist Ortseingang Monschau erreicht. Die Straße ist hier sehr breit und immer noch schnelle Flitzer überholen uns. Wir achten aufs Tempo. Unsere Zielvorgabe ist 4.36 Stunden also etwas unter 6:30 Minuten. Was war mit dem Kaffee? Ach ja, der wollte dann doch ziemlich plötzlich raus. Ein Stück weiter sehen wir den ersten Läufer mit Schwierigkeiten? Das gibt es doch nicht! Ein Stück laufen und dann wieder gehen, na der wird es aber schwer haben! Es findet sich ständig eine Gelegenheit, ein Schwätzchen da und dort, natürlich bei voller Konzentration und Biss! Wir laufen ja Marathon! Immer wieder gesellt sich jemand zu uns und so wird die Zeit kurzweilig. Die Verpflegungsstände erwarten uns üppig beladen und mit gutgelaunten Leuten. Immer einen guten Spruch und strahlende Gesichter sind überall zu sehen. Das macht Spaß und motiviert für die weitere Strecke. 

 

Nachdem wir die erste große Steigung hinter uns haben, ist es auch nicht mehr kalt. Die Natur wechselt ständig. Wiesen, Felder, Bäume und kleine Ortschaften. Das sonnige Panorama muss man einfach selbst erleben. Kleine Steigungen sind an der Tagesordnung und werden mal eben überlaufen. Es macht wirklich Spaß. Waren die vorherigen Läufe viel zu verbissen? Zeitdruck, ne jetzt hier entspannt und stetig ein Lächeln im Gesicht, einfach schön! Das ist ein tolles Erlebnis und wird auch über den Halbmarathon, den wir bei 2:16 Stunden erreichen, genossen. Nun treffen wir wieder Marion, die fragt ob sie uns ein Stück begleiten darf. Wir merken schnell, wir sind auf einer Wellenlänge und so erleben wir einen amüsanten aber auch immer wieder anspornenden zweiten Teil der Strecke. Was gibt es denn da zu Essen? Schokolade und Gummibärchen!!! Immer wieder stehen an einzelnen Häusern Tische mit Verpflegung und Getränken von Einheimischen an der Straße. Ein kleiner Junge steht freudig mit einer Gartenbrause am Straßenrand und hält diese geduldig zur Abkühlung hoch, wovon rege gebraucht gemacht wird. Immer mehr Schwämme finden sich jetzt auf der Strecke, da die Temperatur nun doch gut spürbar ist. 

 

Aber unsere Laune will nicht abklingen. Klar zwickt es mal da und dort aber wir drei versprühen gute Laune aus und stecken die Anderen immer wieder mit an! Bei 38 brauchen wir eine gute Überredungskunst „Wir laufen zusammen ins Ziel“ und so wird auch noch bei 40,5 km die blöde von „Männer haben die Berge erfunden“ Steigung bezwungen, um die Kirche und dann mit Gänsehaut bis ins Ziel. 

 

Wir gratulieren uns gegenseitig zu unserer Leistung. Endzeit 4:26 Stunden. 

10 Minuten unter unserer Eigenen Zielvorgabe! 

 

Die Stimmung in Konzen ist mitreißend. Eine Medallie bekommen wir umgehängt und ab zum Getränkestand der ausreichend und wieder üppig bestückt ist. Nach dem wir unsere Urkunde ausgedruckt bekommen gehen wir zum Auto. Dort hat Kalle eine Überraschung für uns. Erdinger! Lecker! und dann ab zum duschen. Die große Sporthalle ist mit Stuhlreihen bestückt und ein reges Treiben findet dort statt. Bei den Duschen Männer stehen wir Schlange und die vier Duschen lassen nichts Gutes erahnen. Ein Schwacher heißer Wasserstrahl oder aber kräftig und eiskalt. Ich lasse dem Eiligen vortritt und sein Schrei versetzt den Raum in Schadenfreude, kalt! Später auf dem Marktplatz treffen wir Dirk und Sylvia wieder. Auch sie sind mit ihrer Leistung zufrieden. Den Imbiss von Bauernpfanne mit Bratkartoffeln bzw. Brühwurst mit Bratkartoffeln lassen wir uns gut schmecken. Dann kurzer Abschied und wir verlassen Konzen, uns gegenseitig zuprostend mit einer zweiten Flasche Erdinger. Das wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein! 

Danke für die schönen Erlebnisse.

 

>> 24.08..2007