Laufbericht: Monte Sophia (25.08.2007)

 

Hitzeschlacht bei 26 Grad auf der Sophienhöhe
Streckenlänge 28,5KM , 380 Höhenmeter

Eigentlich sollte dieser Lauf "nur eine lange Trainingseinheit" werden, was bei Temperaturen um die 26 Grad schon schwer genug ist. Warum dieser Lauf auch als Berglauf ausgeschrieben ist, das weiß ich nun auch !!!

Auf meiner Fahrt zum Monte-Sophia-Lauf machte ich mir so meine Gedanken, ob das dann auch die richtige Entscheidung war. Von der Autobahn kommend machte sich vor mir im Dunst eine "riesige Erhebung" breit, die sich je näher das Ziel rückte als Sophienhöhe outete. Ich dachte bei mir: "Mensch, was bist Du doch verrückt, da sollst Du rauf, runter und auch noch drumherum?"

Nun, es half nichts. Startnummer holen, Startvorbereitungen absolvieren, alles noch mal zum x-ten Male kontrollieren und ab zum Start, der um 16:30Uhr stattfinden sollte. Hier rangierte ich mich auf Grund meiner "langsamen Taktik" erst einmal in der Mitte des Feldes ein.

Von 10 abwärts zählend wurde das 414 Teilnehmer starke Feld auf seine Mission : "Die Begeistung der Sophienhöhe" geschickt.

Schnell merkte ich, das ich mich nicht an der richtigen Stelle im Feld befand. Ich wollte zwar keinen echten Wettkampf laufen, aber das Tempo war mir doch zu gering, ich wollte es einfach nur so "rollen" lassen und am Ende sehen was rauskommt. Die erste ernsthafte Steigung erwartete uns nach knapp 4KM. Was war denn hier los, einige vor mir gingen bereits, ich kämpfte mich diesen Abschnitt herauf und spürte oben angekommen die Anstrengung in den Beinen. Von nun an ging es bis KM 5,6 immer nur noch bergauf, war ich hier wirklich richtig!

Nun ja der Wendehammer wurde passiert, die Zeit war mit 23:24min (5KM) mehr als akzeptabel und nun ging es 5KM nur noch bergab. Wie sich hier herausstellte ist es von Vorteil, wenn man bergab rennen kann, denn dies sollten mit 21:15 die schnellsten 5KM des Rennens werden. Vor der 10KM Verpflegung schnell noch ein mal Kohlenhydrate nach tanken, denn nun sollte die erste "Bergwertung" anstehen. Über die Rodelbahn (60Höhenmeter, 60%-Steigung) sollte es auf die sogenannte "Blutstrecke" die nächsten 8,5KM rauf auf die Sophienhöhe gehen. Warum es "Blutstrecke" heißt weiß ich zwar nicht, aber es muss einfach mit der Gluthitze, der Anstrengung in den Oberschenkeln, der Frage nach dem warum oder sonst etwas anderem gehen.

 

Wie gut das laue Lüftchen auf dieser Anhöhe doch tun kann. Trotz mehrfachen Wassertanken an allen Verpflegungspunkten, die sehr gut organisiert waren, hatte die Körpertemperatur wahrscheinlich eine Temperatur jenseits der 37Grad-Marke angenommen. Den Hinkelstein umrundend (war Asterix vor mir schon da?) ging es zur höchsten Stelle dem Römerturm, hier zeigte sich eine historische Erscheinung, oder war es eine Fata Morgana?

Cäsar auf dem Römerturm 

Auf der höchsten Erhebung, dem Römerturm wurden die Läufer per Handschlag von Cäsar, dem römischen Kaiser empfangen, abgeklatscht, und auf die letzten 8KM ins "Tal" geschickt. 
"Ave Cäsar"

Super, nun sollte es also nur noch bergab gehen. Doch dies ist eine vollkommen neue Erfahrung für die Muskulatur. Läufer mit Oberschenkelkrämpfen, die ihre Körner beim "hochjagen" verschossen hatten wurden von mir einer nach dem anderem eingesammelt. Die Taktik "nur eine lange Trainingseinheit" zu absolvieren ging voll auf. Ohne auch nur annähernd an mein absolutes Leistungsvermögen zu gehen, wurde ich bis zum Ziel immer schneller (8,5KM in 37:05min).

- Zieleinlauf nach 28,5KM 
- 380 Höhenmetern
- und der Erfahrung einen Berglaufes reicher

 

Bernd Bodens (BeBo), Team Erkelenz

>> 26.08..2007