Laufbericht: Mühlenlauf 2007 (18.08.2007)

 

Endorphingeschwängerter Fuffi.

Der Tross der „Wahnsinnigen“ auf dem Weg ins Ungewisse.
Endorphingeschwängert lassen wir diesen Tag nochmals vor unserem geistigen Auge Revue passieren. 
Unglaublich...! Wir können es noch nicht fassen, dass wir uns nun in die „Reihe der Wahnsinnigen“ einfädeln können. Was hat uns da nur geritten??? Waren es die motivierenden, knuffenden und mitreißenden Kommentare der MitläuferInnen oder die kleinen Teufelchen, die an der Läufer-Ehre zerren? Wie auch immer...
Nach vorherigen inneren Kämpfen, bei welcher Kilometermarke man ohne Gesichtsverlust aussteigen kann, haben wir uns dazu durchgerungen, den Lauf mit den „Wahnsinnigen“ zu wagen. Sicherheit gab uns die Gewissheit, dass unter der Leitung von Micky keiner sein Gesicht verlieren würde, gleichgültig, bei welchem Kilometer man aussteigt. 

Die Nacht vor dem Lauf war bei allen kurz und unruhig. In aller Herrgottsfrühe ging es raus aus den Federn, kurzes Läuferfrühstück, Kanne Kaffee, Verpflegung gepackt, Laufklamotten an, mögliche Scheuerstellen eingefettet und los geht´s Richtung Brüggen. 
Die fast im Minutentakt eintrudelnden MitstreiterInnen schauen noch ein wenig ungläubig, aber zielbewusst in die Runde. Taschen und Rotkäppchen-ähnliche Körbe gefüllt mit Wegeszehrungen werden ins Begleitfahrzeug gestellt. Hier findet sich alles, was das Läuferherz begehrt. Heiß diskutiert werden die Dinge, die unters Dopinggesetz fallen könnten. Nachdem das Fässchen, das Flügel verleiht, als unbedenklich attestiert wird, geht es weiter zum Fotoshooting. Unerschrocken und zielgerichtet schauen 24 Augenpaare unterschiedlicher Couleur in die Linse. 


Punkt 7 h macht sich der Tross der „Wahnsinnigen“ auf den Weg ins Ungewisse. 
Die Luft ist noch kühl, die Schwalm kocht, Nebelschwaden wabern in den Niederungen und schaffen eine Kulisse, die einem historischen Film Paroli bietet. Eine ausgelassene Heiterkeit umgibt die beschauliche Truppe wie ein Schwarm Hornissen und wird uns - bis auf kurze Pausen - nie verlassen. Ein bizarrer Landschaftsteppich liegt vor uns und lässt selbst den Hardcore-Realisten (Klaus?) zum Poeten werden. Leichtfüßig werden Wurzelstöcke und Wasserlöcher genommen. Micky streut Informatives über Bruchwälder, Motten aus der Eisenzeit sowie die Unter- bzw. Oberschlächtigkeit der Wassermühlen ein. 

 

 

 

Bestens versorgt werden wir durch unseren „Begleitservice“ Rainer, der ca. alle 3 km auf uns wartet, damit wir unsere Speicher auffüllen können.

 

 

 

Wie an einer Perlenschnur reiht sich Mühle an Mühle an der Schwalm entlang. 
Eine illustre Hochzeitsgesellschaft an der Tüschenbroicher Mühle macht es schwer, die mittlerweile qualmenden Socken nicht gegen ein kühles Bier einzutauschen. Etwas verwundert werden wir von einer Reihe Anglern beobachtet, die bewegungslos ihrem Sport frönt. Unterwegs begegnen wir dem pflichtgetreuen Schuffler, der bis in den tiefen Wald den Wegesrand von Unkraut befreit. Auch Götz Alsmann wird gesichtet, hat aber kein Zimmer frei. Begleitet wird der Lauf von „wohlgemeinten“ Frotzeleien und Sprüchen untereinander, deren Inhalt auf die Länge des Laufes und die beginnende Müdigkeit zurückzuführen ist („Ein Fünfziger im FSW gilt als Regenerationslauf; danach muss man eigentlich keine Pause machen...“ – „Besser ein flotter 6er als ein schlechter 7er.“). 

 

 

Nach etwa 3 Stunden ist der Wendepunkt am Quell der Schwalm in Schwanenberg erreicht. Da in diesem kleinen Örtchen nicht so viel los ist, beschließen wir, einfach wieder zurück zu laufen. Bei ca. km 28 verlässt uns Jürgen, verleitet durch die Nähe seines Zuhauses. 
In den dichten Wäldern kehrt kurzfristig eine gewisse meditative Ruhe ein. 
Bei km 40 begegnen wir der 30er-Gruppe, müssen aber wegen der entgegengesetzten Ziele schnell wieder weiter. 
Bei km 42,195 freuen wir uns mit Martin, der erstmalig diese Distanz gemeistert hat (Glückwunsch, Martin!). Er steigt kurz danach aus, um sein Marathondebüt zu genießen und nicht durch einen Doppelerfolg zu schmälern. Respekt!
Bevor auf den letzten Kilometern ernsthafte Ermüdungserscheinungen auftreten, greifen wir zu den Energieträgern Cola und Red Bull, so dass wir beflügelt unser Ziel erreichen und uns einen kleinen Endspurt nur knapp verkneifen können. ;-)

Die glorreichen Finalisten feiern ihren Erfolg nach 6:11 Std. (netto 5:36:32...) mit dem Durchlaufen eines spontan errichteten Triumphbogens. 
Zur Belohnung gibt´s wahrlich eisgekühlte Getränke. Mitgebrachter Kuchen rundet dieses gelungene Läufer-Event ab. 

Großer Dank an Micky und Rainer, ohne die der Lauf gar nicht möglich gewesen wäre und an alle MitläuferInnen für die tolle Stimmung und die damit verbundene Kurzweil. 


Mit läuferischen Grüßen,

Barbara, Klaus & Klaus

 

Und diese Läufer waren dabei:

Barbara Pflipsen, Krefeld/Moers

Rosi Daniels, Erkelenz

Jürgen Manhof, Erkelenz

Gerd Walter, Mönchengaldbach 
Micky Fritz, Quälquartett 2007 
Christa Baumeister, Kempen 
HaJo Löbbert, Viersen 
Klaus Röskens, Viersen 
Norbert Hainsch, Mönchengladbach

Gregor Buschhütter, Mönchengladbach

Klaus Neuhoff,

Martin - (wie ist eigentlich Dein Nachname?)

 

sowie Verpflegungsmeister Rainer Leersmacher

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