Laufbericht: 11. Rursee – Marathon (04.11.2007)

 

11. Rursee – Marathon am 04. November 2007

Nach den schönen Läufen in Bonn und Monschau wollte ich mir noch ein High Light, den Rursee zum Jahresschluss gönnen! Ende August habe ich mich dort angemeldet. Das Startgeld einschließlich Medallie und T-Shirt beträgt 25 Euro. Da ich dort noch nicht gelaufen bin, wollte ich vorweg ein wenig Infos haben. Das ist gar nicht so einfach gewesen. Micky ist mal vor zig Jahren mit einigen Anderen dort gelaufen. Dann bin ich im Internet doch fündig geworden. Ein Läufer hat 2003 seinen Bericht etwas ausführlicher mit eigenem Höhenprofil reingesetzt.
Anfang Oktober habe ich mich entschieden, Barbara in Köln zu begleiten. Da wir dort ein strammes Tempo gelaufen sind, waren in den nächsten vier Wochen die Vorbereitungen für den Rursee ein wenig eingeschränkt. Den letzten langen 25 km Lauf mit Christa und Kalle war unterhaltsam und kurzweilig. Montags bin ich dann das letzte Mal eine Stunde im GA 1 gelaufen. Dann ging bei mir zeitmäßig nichts mehr mit laufen. Wird schon klappen hab ich mir gedacht!


Am Sonntag den 04.11.2007 bin ich um 7.30 Uhr über A 61 und A 44 dann Richtung Monschau losgefahren. Es war bewölkt und kühl. Die Wettervorhersagen trafen ein, fünf Grad am Morgen und tagsüber bis zehn Grad und bewölkt. In Konzen links ab Richtung Rursee. Als ich Simmerath und noch einige andere kleine Orte durchfahren hatte erschien endlich das Ortsschild Einruhr. Freundlich wurde ich von zwei Feuerwehrmännern begrüßt und zum parken an der Straße aufgefordert. Der Ortskern ist abgesperrt. Auto parken in 250 Meter Entfernung und dann zum Zelt um die Startunterlagen abzuholen. Es war schon ein reges Treiben. Wärme, das tut gut bei der Kälte. Im Zelt stand an der linken Seite ein Tisch voll mit Laufschuhen und Laufbekleidung. Falls man was vergessen hatte kein Problem, was einige zu meiner Verwunderung auch nutzten. Kaffeeduft und Brötchen gab es einen Stand weiter. Hinten in der Ecke Nachmelder und Voranmelder. Ruhig und freundlich lief alles ab. Startnummer 57. Mit den Unterlagen zum Auto und anschließend den Ort ein wenig erkunden. Wo sind die Duschen? Die Frauen direkt neben dem Festzelt. Männer 500 Meter entfernt im Naturerlebnisbad. „Wichtig“ Noch mal kurz den Zieleinlauf abgehen damit ich mich später nicht verlaufe! – Das kann einem schnell mal passieren – Dann zum Auto fertig machen, dreiviertel Laufhose und Langarmshirt. Start ist neben dem Zelt. Pünktlich zählen über 400 Läuferinnnen und Läufer von 10 runter. Bei Null setzt sich die Läuferschar in Bewegung und nach weiteren fünf Sekunden schafft der Starter auch den Startschuss zulösen. Gelächter! Das soll was werden. Einige diskutieren noch immer über ihre Rennstrategie. Ich mache es wie in Bonn, Monschau und Köln, nach rechts und links schauen, die Gesichter der Zuschauer und Läufer beobachten. Habe Zeit und will die Atmosphäre genießen. Nach dem wir an der Kirche und auch dem Eingang zum Naturerlebnisbad vorbei gelaufen sind, verlassen wir Einruhr und willkommen in der Natur. Ich wollte eigentlich Endzeit unter 4:30 laufen. Bei drei Kilometer hatten wir aber erst knapp 16 Minuten, viel zu schnell sagte ich. Doch die Anderen sagten nur lauf weiter. Nach etwa sechs Kilometer ist das drängeln vorbei. Wie im Entenmarsch geht es drei Serpentinen hoch, dann nur noch im Schritttempo. Endlich oben angekommen, die Achillessehnen schmerzen, einige Treppenstufen runter ist man auf der Staumauer. Nachdem wir langsam wieder in Tritt gekommen sind und die Staumauer überlaufen haben geht es hauptsächlich über Naturwege. Zwischendurch ab und an mal ein Stück Asphalt aber sonst immer nur Naturwege. Bei Kilometer 7 gibt es Wasser und Tee, bei den folgenden Verpflegungsstellen kommt ISO, Bananen und Apfel hinzu. Ab 30 ist Cola zusätzlich im Angebot. Es hat sich eine Gruppe von acht Läuferinnen und Läufern gefunden. Erst lauf ich hinten mit, das Tempo ist um 5.20, mal sehen ob das gut geht, vor vier Wochen erst den Kölnmarathon im schnellen Tempo und jetzt die gleiche Zeit?! Was ist mit den 13 Spitzen, wir haben doch erst eine bewältigt. Steffi ist voriges Jahr schon mal hier gelaufen und meint das geht schon. Angelika ist klein und ist bei den Anstiegen ganz klar im Vorteil. Sie läuft und wir anderen gehen über die Spitzen. Da ist Halbzeit in 1:57. Die Natur ist einfach schön anzusehen. Das bunte Laub an den Bäumen sehe ich mir ab und zu an, aber immer bedacht den Blick zum Boden zu haben. Das viele Laub verbirgt doch so einiges und einen Sturz will ich vermeiden. Bei Kilometer 30 Cola und Wasser. - In Köln ausprobiert und gut geklappt Danke für den Tipp Barbara. - Nun reist die Gruppe auseinander. Mit Steffi laufe ich im Gleichschritt weiter. Bisher sind wir an vier Steigungen teilweise gegangen, wobei die erste, die heftigste war. Das Gefälle war an einigen Stellen auch sehr heftig für die Oberschenkel. Die anderen Steigungen wurden wie im Training überlaufen. Die Beine und Füße schmerzen von der ungewohnten Belastung des Geläufs. Auf Natursteinwege sollte man schon mal einige längere Einheiten trainiert haben! Dann kommt der angedrohte Kilometer 37 der es in sich haben soll. Voriges Jahr wurde die Strecke neu vermessen. Da die Strecke 400 Meter zu kurz war haben sie den Berg eingeschoben. Laufen? Neeee, nur im gehen, und zwar ALLE. Dann über die Wiese runter auf die alte Strecke zurück. Ich bin es satt. Klar hatte ich beim Start ein anderes Vorhaben. Locker und gemütlich wollte ich den Lauf genießen. Hat sich eben anders ergeben. Errechnete Endzeit vier Stunden. Will nur noch ins Ziel. Was kann ich machen? Tempo rauf, lange Schritte und den Schmerz ausschalten! Fast fünf Kilometer. Bei Verpflegungskilometer 39 gibt es „Bier“. Ich bleib bei Wasser und Cola. Mischen, trinken und weiterlaufen. Es läuft ganz gut. Einige versuchen sich dran zu hängen. Lassen es dann aber doch schnell sein. So hole ich den einen um anderen ein. Fast habe ich es geschafft. Über die Brücke, eine scharfe links Kurve und schon bin ich im 150 Meter Zielkanal. Im Ziel merke ich, das Ich die Startnummer an der Körperseite hatte. Egal wegen dem Bild. Ich bin im Ziel. Das war mein Zehnter Marathon.  Meine Beine sind schwer. Meine selbst gestoppte Zeit 3:54.48. Nur etwas mehr als fünf Minuten langsamer als in Köln und der war flach. Puh, ich bin doch verrückt, so ein Schlussspurt. Im Zielbereich gibt es Tee, Wasser, Banane und Apfel. Wer was Warmes essen will kann das im Imbisswagen neben dem Festzelt bekommen. Ich trinke warmen Tee, einige Apfelstücke essen und dann schnell Tasche holen und ab zum duschen. Oh je, die Umkleidekabine gerammelt voll, da klein und eng. Na gut, abhärten und draußen an der frischen Luft ausziehen! Die Duschen sind heiß und lassen sich leider nicht verstellen. Abtrocknen? Ja draußen! Hat den Vorteil, man schwitzt nicht mehr nach!  Mit schweren Schritten zurück zum Zelt. Dort ist es voll, doch ich ergattere einen Platz an der Ergebniswand. Die ersten 200 sind dort schon aufgelistet, ich bin auch dabei. Die Zeit ist sogar ein wenig besser 3:54.44. Ich freue mich. Der Trubel ist mir hier zu groß. Beschließe nach Hause zu fahren. Am Auto trinke ich mir ein „Erdinger“ natürlich Alkoholfrei, was ich mir extra dafür mitgenommen habe. Es schmeckt nicht so gut wie in Monschau. Schade, das Wetter ist vielleicht doch zu kalt dafür. Froh und zufrieden fahre ich mit ruhiger Musik hörend nach Viersen.

Es textete Axel Peters

>> 17.11..2007