Eisenmangel -

Wenn irgendwie nix mehr geht.

In der Regel ist Eisenmangel ein Standardproblem bei Läuferinnen und "in der Regel" findet er auch seine häufigste Ursache (sonst hätten es die Jungs auch). Die haben ihn aber seltener. Langstrecken laufende Männer haben nämlich nur zu 29% ein erniedrigtes Ferritin (Eisenspeicher), während 80% der Läuferinen ein Ferritin unter 25 aufweisen.

 

Eisenmangel führt zu
  • Blutarmut (Anämie) mit blasser Haut und Schleimhaut, Kurzatmigkeit, Ermüdbarkeit, Schwindel. 
  • Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magen-Darmbeschwerden. 
  • Rissigen Mundwinkeln, Zungenbrennen, Schluckbeschwerden, Sodbrennen. 
  • Haarausfall, brüchigen Fingernägeln.

 

Der normale Serum Eisenwert allein genügt nicht zur Erkennung eines Eisenmangels. Schon Entzündungen oder Infekte können "Eisenverschiebungen" im Körper ergeben, die einen erniedrigten Eisenwert im Blut anzeigen. Dabei ist der Eisenspeicher aber voll. Das Bild des Eisenmangel komplettiert sich aus einem erniedrigtem Eisenwert im Serum, einem erniedrigten Speichereisen (Ferritin), sowie im Blutbild durch kleine blasse Erythrocyten (rote Blutkörperchen). Die relevanten Werte heißen hier HBe und MCV. Besteht dieser Zustand länger, dann fallen auch weitere Blutwerte ab (z.B. das Haemoglobin = roter Blutfarbstoff und die Erythrocyten = rote Blutkörperchen). Spätestens von diesem Zeitpunkt an, meist jedoch schon früher sinkt die Leistungsfähigkeit der Sportlerin.

 

Diskutiert werden unterschiedliche Ursachen für den Eisenmangel beim Laufen.

1. Verstärkte und oder häufige Regelblutungen. Aber auch bei einer normalen Regelblutung verlieren Frauen 60 ml Blut monatlich. Stark blutende Frauen bis zu 400 ml monatlich.

2. Vegetarisch betonte Ernährung (Fleisch ist der wichtigste Eisenlieferant)

3. 100 g Fleisch enthalten etwa 3 mg zweiwertiges Eisen, das zu 22% resorbiert werden kann.

4. 100g Brot enthalten etwa 0,5-2 mg dreiwertiges Eisen, das nur zu 7% resorbiert werden kann.

5. Eisen verlieren Läufer über Schweiß. Die Eisenkonzentration des Schweisses schwankt individuell sehr erheblich. Manche verlieren hier sehr viel. (Frauenschweiß enthält aber grundsätzlich mehr Eisen, als Männerschweiß, dafür schwitzen Männer meist aber mehr)

6. Auch verlieren Läufer immer etwas Blut über den Darm. (Wenn man vorher Aspirin genommen hat, sogar vermehrt!)

7. Weiterhin zu nennen sind natürlich auch Erkrankungen die durch eine gestörte Eisenaufnahme im Darm, häufiges Blutspenden oder Blutverlust bei Operationen o.ä. verursacht sein könnten.

 

Als Therapie reicht meist eine Einnahme von Eisentabletten aus. Falls diese nicht vertragen werden, könnte man das Eisen auch spritzen, aber die Injektion ist mit einer erhöhten Nebenwirkungsrate verbunden. Bei Spritzen kann es immer zu Schmerzen im Gesäßmuskel kommen, was natürlich beim Laufen stört. Leider nicht selten, aber Gott sei Dank nicht häufig, kommt es nach intramuskulären Spritzen zu Abszessen (Vereiterungen)! Dann könnt ihr das Laufen aber für mindestens drei Monate vergessen! (Von der häßlichen großen Narbe, der OP, der offenen Wundheilung, dem Gestank und den Schmerzen will ich erst garnicht berichten)

 

Also wenn es geht, dann besser Tabletten schlucken!

 

Helfen die Tabletten nicht, müssen weitere Ursachen abgeklärt werden.

 

Ein optimaler „Eisentag“
Frühstücksbeispiel: 
Ein Glas frischgepresster Orangensaft
Dazu ein Müsli mit frischen Früchten 

Beispiel für die erste Zwischenmahlzeit:
Studentenfutter, Trockenfrüchte 

Beispiel für ein Mittagessen:
Rindersteak mit Brokkoli und Reis 

Beispiel für die zweite Zwischenmahlzeit:
Ein Glas Rübendicksaft 

Beispiel für ein Abendessen:
2 Scheiben Sporthilfe-Brot mit Erbsen-Bohnen-Salat 

Quelle: Institut für Sporternährung, Bad Nauheim

 

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>> 20.01.2007