Husten, Schnupfen, Heiserkeit.

Weitertrainieren oder Pause machen?

Ein aktuelles Thema! Besonders nach Karneval. Viren und Bakterien haben viele von uns fest im Griff. Was tun wir jetzt: Weitertrainieren? Pause machen? Wie lange? Wann fange ich wieder an? Wie steige ich wieder ins Training ein? Ist das nicht gefährlich?

 

Erstmal müssen wir unterscheiden, was eigentlich vorliegt:

Bei einer einfachen Erkältung ohne Fieber und ohne allgemeines Krankheitsgefühl wie Gliederschmerzen oder Mattigkeit kann ein nicht erschöpfendes GA1 Training durchgeführt werden. Die Erkältung dauert nicht länger, wenn man vorsichtig um 70% Hf max trainiert. Wer mit verstopfter Nase ein dosiertes Lauftraining an der frischen Luft durchführt, wird schnell wieder leichter durch die Nase Luft atmen können. Selbstverständlich sollte bei einem Krankheitsgefühl mit schweren Beinen, Muskelschmerzen, Frösteln, Appetitlosigkeit usw. auf ein Training verzichtet werden. Gefürchtet ist in diesem Zusammenhang die als Todesursache doch relativ seltene Herzmuskelentzündung. (D. Kleinemann, Laufnebenwirkungen, Deutscher Ärzte Verlag)

Bei gleichzeitig vorliegender Erhöhung der Körpertemperatur (> 37.5°) sollte man nicht trainieren. Die Faustregel: „Infektion mit fieberhafter Reaktion schließt körperliche Belastung aus“ wird leider auch heute noch viel zu wenig beachtet. Fernreaktionen wie Nieren- oder Herzmuskelentzündung können die Folge sein. (Hollmann/Hettinger, Sportmedizin, Schattauer)

 

Auf einer Schweizer Internetseite konnte ich den schönen Satz lesen: „Die Trainingseinheiten, die du damit verpasst hast, stehen in keinem Verhältnis zu den Problemen, die du einfangen könntest, wenn du mit Fieber laufen würdest.“ >>[www.lauftipps.ch]

 

Die Wiederaufnahme des Trainings setzt folglich voraus, daß alle o.g. Krankheitszeichen wieder auskuriert sind. Wir sollten also ausgeruht, fieberfrei und schmerzfrei sein. Nachts dürfen wir nicht mehr schwitzen. Die Sekrete sollten wieder klar und wässrig, also nicht grün-gelb, eitrig oder blutig sein. Auch setze ich voraus, dass die Medikation ordnungsgemäß abgeschlossen wurde.

Bin ich mir nicht sicher, ob ich gesund bin oder nicht, dann suche ich einen Arzt auf. Die Lunge sollte beim Abhören mit dem Stetoskop keinen krankhaften Befund mehr aufweisen. Im Zweifelsfall hilft auch eine Blutabnahme die Situation zu klären und Befundsicherheit herzustellen, ob die Erkrankung wirklich ausgestanden ist. Hier ist insbesondere auf die Entzündungswerte zu achten. (CRP, BSG und Leukozyten) Während und nach Infekten der unteren Luftwege (Lunge, Bronchien, Rippenfell) kann eine Röntgenaufnahme angezeigt sein. Nach eitrigen Infekten der Nasennebenhöhlen helfen Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen weiterbestehende eitrige Herdbefunde in den oberen Luftwegen aufzudecken.

Ist alles klar? Dann kann’s ja wieder losgehen! Aber wie? War ich richtig fieberhaft erkrankt, dann erstmal vorsichtig! Stellt Euch auf einen spürbaren Leistungsknick ein! Unteres GA1 Training für 30 min zum Einstieg ist genau das richtige. Ihr werdet Euch wundern. Nach einem schweren Infekt ist das sehr anstrengend. Dann erstmal abwarten! Alles verkraftet? Rückfall? Nach einem Ruhetag dann nochmal 30 min GA1. Das geht wahrscheinlich schon leichter und in den nächsten Tagen können wir vorsichtig erst eine 40, dann eine 50 und schließlich wieder eine 60 minütige Belastung wagen. Nach einem weiteren Ruhetag versuchen wir den Wiedereinstieg in den Trainingsplan, lassen aber die Tempoeinheiten weg und laufen im FSW nicht mehr als 20 km. Diese Aufbauwoche sollte genügen, um wieder Anschluß an den ganz normalen Trainingsplan gewonnen zu haben.

Seid aber vorsichtig. Wie ich schon im Seminar sagte: Marathonis sollten eine besondere Gabe besitzen, in sich hineinzuhören. Aller Anfang ist schwer, aber ein unverhältnismäßig hoher Belastungspuls, Atemnot bei geringer Belastung, ungewohnte Schweißneigung, Atemgeräusche (Giemen oder Pfeiffen) sollten Euch erst mal wieder pausieren lassen und zum Arzt führen.

Sollte Euer Arzt Euch ein Antibiotikum verschreiben, dann achtet darauf, wenn möglich keine „Gyrasehemmer“ verschrieben zu bekommen. Das ist zum Beispiel Ofloxacin, Ciprofloxacin oder Avalox. Diese Medikamente können (zwar selten, aber doch möglich) zu Achillessehnenrissen führen!

 

Bleibt gesund, denn anders ist schlecht!

 

Euer Micky

 

 

 

>> [weitere Trainings-Tipps]

>> 17.02.2007